Vorstand des BDS Landshut geschlossen zurück und aus dem LV ausgetreten

Landshut/München. Seit dem Rücktritt des Landshuter Unternehmers Marco Altinger als Präsident des Unternehmerverbandes „Bund der Selbständigen Bayern“ kirscht es im Gebälk der bayerischen Lobby-Vereinigung. Das dem Altinger-Rücktritt an der Verbandsspitze folgende Präsidium war mit dessen Konsequenzen, eine eigene bundesweite Unternehmer-Organisation zu gründen, keinewegs „einverstanden“ und schoß scharf gen Landshut. Daß Altinger in der Niederbayern-Metropole immer noch Erster Vorsitzender des Landshuter BDS-Ortsvereins war, muß der BDS-Spitze dabei egal gewesen sein. Auch, daß man durch die Holzhammer-Methoden drauf und dran war, die bayernweite BDS-Vorzeige-Ortsgruppe zu zerschlagen. Vor wenigen Tagen nun haben Marco Altinger und seine Vorstandskollegen des Landshuter Ortsverbandes die Notbremse gezogen – sie sind von ihren Ämtern zurückgetreten und aus dem BDS Bayern ausgetreten.

„Schluß – wir sehen keinen Sinn mehr, uns derzeit für den BDS Bayern zu engagieren.“, sagt der geschlossene Vorstand des Landshuter Ortsvereins und zog am Donnerstag damit auch offiziell den Schlußstrich unter eine jahrelange Erfolgsgeschichte. 2013 hatte Altinger den BDS Ortsverband Landshut gegründet und diesen entgegen dem bayernweit rückläufigen Trend der Mitgliedszahlen  zu einem der stärksten BDS Ortsverbände in Bayern geformt. Zuletzt zählte der Ortsverein rund 150 Mitglieder aus der Niederbayernmetropole.

Trotz Gründung seines neuen Bundesverbandes „Werteorientierter Mittelstand Deutschland e.V. (WEMID) im Januar diesen Jahres, fühlte sich Altinger den Mitgliedern auch weiterhin als 1. Vorsitzender in Landshut verpflichtet. Hatte der Ortsverein doch vorrangig das Ziel, das Netzwerk der mittelständischen Betriebe in der Stadt Landshut zu stärken, wie Marco Altinger für die jetzt scheidende Vorstandschaft in einer Presseerklärung mitteilte. Als Ortsverband agierten die Landshuter regional weitgehend selbständig. „Es hat noch nie geschadet, sein eigenes Netzwerk zu erweitern.“, so Altinger. „Die Netzwerkmöglichkeit mit bundesweiten Unternehmern wäre für die Landshuter Unternehmer ein Gewinn gewesen, doch dies ist dem BDS ein Dorn im Auge. Schade, daß der BDS Bayern auch versucht, die Landshuter Mitglieder nun darin zu unterrichten, was für Ihr Geschäft das Richtige ist.“, so Altinger.

„Seit Jahren steckte Altinger einen Großteil seiner Energie in das Landshuter Unternehmernetzwerk. Auch nach seinem Rücktritt als BDS Bayern Präsident und der Neugründung seines Bundesverbandes WEMID, war er als 1. Vorsitzender des BDS Landshut offen für eine Kooperation mit dem BDS Bayern.“, betont Wilfried Hunyar, ehemals 2. Vorsitzender. „Es ist Altinger’s Antrieb zu verdanken, daß der BDS Landshut sich so prächtig entwickelt hat.“, so André Dirnberger, ehemaliger Schriftführer des BDS Landshut. Ohne die Motivation und den unermüdlichen Einsatz von Marco Altinger wäre der BDS in Landshut in der öffentlichen Wahrnehmung heute noch bedeutungslos, wie Dirnberger Richtung München anmerkt.

Seit dem Rücktritt von Altinger als Präsident, kam es seitens des Landesverbandes jedoch wiederholt zu Angriffen gegenüber Altinger und dem Landshuter Vorstand. „Offensichtlich hat die derzeitige Führung in München Sorge um ihren Mitgliederbestand, sonst würde sie ihre Energie von der Landeshauptstadt nicht ins niederbayerische Landshut verlagern.“, kommentiert das Altinger. Zum Schluß setzte man sich nun auch noch über die Satzung hinweg, indem man dem Vorstand des bis kürzlich propagierten niederbayerischen Vorzeige-Vereins die Gelder einfror.

Das sollte wohl der Tropfen gwesen sein, der das Faß zum Überlaufen brachte und die Kündigungswelle in Landshut auslöste. Eigentlich sei es ein Paradoxon, wird Altinger in der Presseerklärung zum BDS-Austritt der Landshuter Vereinsspitze zitiert, „einerseits drängt die Basis nach einer Verjüngungskur, andererseits verschwendet die zersplitterte Spitze ihre Energie für Kampfansagen in die Provinz. In München gelten trotz verjüngtem Marketing nach wie vor die alten Ordnungen. Bis Rauch aus dem Kamin über der Schwanthaler Straße steigt, kann es lange dauern“. Er habe sich mit seinem Sanierungsprogramm nicht durchsetzen können, trotz der Loyalität der Basismitglieder. Die Führungsebenen des Verbandes waren dermaßen zerstritten und auf Einzelinteressen erpicht, so dass keine guten Lösungen mehr gefunden werden konnten und er die Verantwortung nicht weiter tragen wollte.

Altinger und der BDS-Vorstand sind Netzwerker aus Leib und Seele. Lange hat sich der Landshuter Vorstand die Attacken aus München nun angesehen. „Der BDS Bayern tritt die Rechte der Mitglieder und der ehrenamtlich engagierten Unternehmer an der Basis mit Füßen, damit können und wollen wir uns nicht mehr identifizieren“. Was die Landshuter zusammenhält, ist ihr starkes Wir-Gefühl und die Loyalität zum Ehrenamt. Die bislang in der BDS-Vorstandschaft Landshut engagierten Unternehmer werden auch in Zukunft aktiv in Erscheinung treten, doch nicht mehr mit dem BDS als Dachorganisation, sondern mit ihrem neu gegründeten Bundesverband „Werteorientierter Mittelstand Deutschland e.V. (WEMID).