München. Am Politischen Gillamoos-Montag in Abensberg hatte Fritz Zirngibl (Bayernpartei), langjähriger Kreisrat von Kelheim und Gemeinderat von Teugn und im nächsten Monat Landtagskandidat für Niederbayern, auf die brisanten Möglichkeiten künftiger bayerischer Regierungskoalitionen hingewiesen: sollte sich ein Bündnis Schwarz/Rot/Grün ergeben, wäre das ein Ende eines wirtschaftlich erfolgreichen Bayerns. Rasch würden seiner Meinung nach Berliner Verhältnisse Einkehr halten. Zirngibl: „Vielleicht sexy, aber sicher pleite!“.

Auch das hatte in seiner Vorschau am zurückliegenden Montag einen kleinen Platz. Ein sehr unwahrscheinliches Bündnis zwischen CSU und AfD. Der Niederbayer hat dazu eine ganz spezielle Sicht. Ein solches Büdnis wäre „unweigerlich der völlige Absturz der Christsozialen“, so Zirngibl nun in seiner jüngsten Pressemitteilung.

Wie er darin ausführt, rufe inzwischen die linke Sahra Wagenknecht zum „Aufstehen“. Sie wolle einen „neuen Aufbruch“. Soll diese neue Sammelbewegung der Anfang vom Ende der BRD werden, fragt Zirngibl und gibt auch gleich selbst die Antwort darauf: „War nicht die LINKE beziehungsweise deren Vorläufer, mit ihrer Politik, Schuld am Untergang der DDR? Bezahlen wir nicht für deren verfehlte Politik seit der Wiedervereinigung mit Milliarden Euro Aufbauhilfen in Form von Solidaritätsbeiträgen und büßen somit für deren politisches Versagen? Haben wir aus diesem Desaster nichts gelernt? Wollen wir eine kommunistische DDR2“?

Zirngibl stellt daher jetzt einen politischen Weckruf für Bayern auf und ruft  zu einem „Heimatbündnis Bayern“. In einer konservativen bayerischen Politik dürf es, so der Niederbayer, kein Schielen auf Berliner Posten geben, auch dürfe die Ministerposten-Schacherei nicht im Vordergrund stehen, sondern einzig die Liebe zur Heimat. Ein „Heimatbündnis“ muss, so Zirngibl, „das Ziel haben, für Bayern die optimalen Entscheidungen zu treffen und sich gegebenenfalls auch selbstbewußt gegen Berliner und Brüssler Anordnungen zu stellen“. Das Konfliktpotential für jene Parteien, welche auch in Berlin vertreten sind, ist ihm dabei bewußt und auch ein wenig sein Kalkül. Zirngibls Forderung: „Darum muß für eine starke bayerische Politik die Bayernpartei im nächsten Landtag vertreten sein. Die Bayernpartei hat als einzige antretende Partei das Alleinstellungsmerkmal für Bayern“. Nur ein starkes Bayern könne dem Berliner Diktat Einhalt gebieten und gleichzeitig ein Widerstand gegen die „Wir-schaffen-das“ Politik einer Angela Merkel sein. Das wäre „auch der beste Weg gegen links-und rechtsradikale Auswüchse“, so seine Einschätzung.

Zirngibl sieht die derzeitige Politik in einer handfesten Krise, welche sowohl nach Links, als auch nach Rechts ausufern könnte und damit den sozialen Frieden in unserem Land ernsthaft bedrohen würde. Die aktuelle Politik zeichne sich durch Dekadenz und Verdrehung der Tatsachen aus. Zirngibl: „Sie erinnert mit ihrem Brot-und-Spiele-Angebot, siehe Chemnitz, an das untergehende Römische Reich“. Echte Demokratie sei nicht das, was Politiker sich wünschen, sondern das, was die Mehrheit des Volkes erwarte. Zirngibls angeregte Sammelbewegung der Konservativen könne „ehrliche Antworten auf die Fehler der Vergangenheit finden“. Probleme dazu gäbe es mehr als ausreichend: zunehmende Altersarmut, anhaltender Pflegenotstand, ausufernder Bürokratismus, gefährliches Asyl-Chaos. Lösungen dürfen daher nicht weiter aufgeschoben werden, so der Bayernparteiler abschließend.