München. „Mecron“ – mit diesem geschachtelten Kunstwort beschreiben große Teile der Presse beinahe euphorisch und in bekanntem Hofberichterstatter-Ton das „Duo“ Merkel und Macron. Das Duo soll „Europa“, beziehungsweise das, was etablierte Politik und die damit verwobenen Presseorgane dafür halten, retten. Schon ist etwa vom „coolen Start-Up EU“ die Rede. Diese Begeisterung teilt die Bayernpartei nicht, denn die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident sind Zentralisten reinsten Wassers.

Alle Alarmglocken sollten schrillen, schreibt der BP-Pressedienst in München, wenn sich Angela Merkel einen europäischen Finanzminister vorstellen kann. Mit eigenem Budget. Völlig unklar ist, wer diesen europäischen Finanzminister kontrollieren soll. Das demokratischen Standards kaum genügende EU-Parlament? Oder die Regierungschefs? Oder überhaupt niemand? Was das für negative Auswirkungen haben kann, sieht man sehr „schön“ am währungspolitischen Amokläufer Mario Draghi, dem EZB-Präsidenten.

Wenn auch unklar ist, wer den Finanzminister kontrollieren soll, so dürfte doch klar sein, wer das Budget stemmen wird – zum größten Teil die einheimische Bevölkerung in Bayern und im Rest der Bundesrepublik.

Der Vorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber, machte hier seinen Standpunkt sehr deutlich: „Diesen scheibchenweisen Marsch in einen europäischen Zentralstaat lehnen wir entschieden ab. Natürlich sehen wir die Motivation hinter dieser Debatte. Das ist zum einen der Glanz, den der ach so unverbrauchte und hippe französische Präsident auch auf seine eher hausbacken herüberkommende deutsche Partnerin wirft. Zum anderen – und das ist viel entscheidender – ist das ein großer Schritt in Richtung Fiskalunion, etwas, das die große Mehrheit hierzulande zu Recht ablehnt“.

Mit der hier angedachten Salamitaktik werde einfach versucht, die politische Debatte über weitere Abgabe von Souveränitäts-Rechten nach Brüssel zu vermeiden, spätere Debatten über Herkunft und Verwendung der Mittel inklusive. Und natürlich wäre es nach Ansicht der weißblauen Seperatisten, „ein großer Schritt in Richtung EU-Superstaat, der nur noch dem Namen nach demokratisch wäre. Denn Wahlen würden nichts mehr ändern“. Die Bayernpartei stand und steht für ein subsidiäres Europa der Regionen, wird dagegen in München betont. Weber: „Wir sind fest überzeugt, daß europäische Zusammenarbeit langfristig nur so funktionieren wird. Ein europäischer Finanzminister steht dem diametral entgegen und wird langfristig zum Niedergang der europäischen Partnerschaft führen. Das Duo Merkel und Macron ist deshalb kein Glücksfall für Europa.“